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2026-05-22

AusbildnerIn

Lieb

Thema

D-Blade

Inhalt der Fortbildung

Das hyperangulierte Videolaryngoskop-Blade (D-Blade) hat sich in den letzten Jahren als wichtiges Werkzeug im Atemwegsmanagement etabliert. Im Gegensatz zu standard-geformten Mac-Videolaryngoskop-Blades – die die klassische direkte Laryngoskopkurve nachahmen und sowohl als Direkt- als auch als Videooptik verwendet werden können – ist das hyperangulierte Blade ausschliesslich für die videogeführte Intubation konzipiert. Sein deutlich steilerer Winkel ermöglicht es, auch unter anatomisch schwierigen Bedingungen eine Sicht auf die Glottis zu gewinnen, die mit konventionellen Blades nicht oder nur unzureichend erreicht werden könnte.


Vorteile gegenüber dem Standard-Mac-Videoblade

Die Datenlage aus der Literatur (Artikel unten verlinkt) zeigt konsistent, dass der Einsatz hyperangulierter Blades mit einer höheren First-Pass-Success-Rate assoziiert ist – insbesondere beim schwierigen Atemweg, aber zunehmend auch in der Routine (die Lernkurve am Anfang ist sehr steil). Der steilere Bladewinkel erlaubt eine verbesserte Kehlkopfvisualisierung, ohne dass eine ausgedehnte Kopfreklinierung erforderlich ist, was den Einsatz etwa bei eingeschränkter Halsbeweglichkeit, adipösen Patienten oder nach Traumata begünstigt.


Die entscheidende Besonderheit: Blade-Tiefe und Sichtqualität

Hier liegt ein konzeptionell wichtiger – und in der Praxis häufig unterschätzter – Unterschied zum Standard-Videoblade:

Das hyperangulierte Blade darf nicht so tief eingeführt werden wie ein Mac-Blade.

Ziel ist es, eine knapp passable Sicht auf die Glottisebene zu erreichen – nicht mehr. Wer das D-Blade zu weit vorschiebt und eine vermeintlich «perfekte» Sicht mit zentral stehendem, grossem Glottisbild erhält, hat das D-Blade wahrscheinlich bereits zu tief platziert. In dieser Position beschreibt der Tubus – geführt durch den Führungsstab mit vorgeformter Biegung – einen Winkel, der steiler ist als die Achse der Trachea. Der Tubus wird dann zwar die Glottis sehen, aber den Knick in die Trachea nicht mehr bewältigen und stattdessen gegen die Vorderwand oder Subglottis stossen.

Ganz gut veranschaulicht wird das in den folgenden 2 Videos:

Faustregel: Wenn die Sicht «zu gut» ist, ist man zu weit drin – D-Blade leicht zurückziehen, bis ein Bild entsteht, das man bei klassischer Laryngoskopie als «gerade noch akzeptabel» bezeichnen würde. Dann D-Blade eher gerade zur Decke leicht anheben (anstatt zur Uhr oberhalb der Schiebetür) und Tubus ebenfalls kurv vor Eintritt in die Glottisebene gerade zur Decke anheben.

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