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2026-05-12

AusbildnerIn

Böhm

Thema

ZVK

Inhalt der Fortbildung

Folgendes Video behandelt die sonografische Visualisierung mit ein paar extrem hilfreichen Tipps. Einzig das Halten der LA-Spritze und das Punktieren des Gefässes ohne angeschlossene Spritze weicht von unserem üblichen Verhalten ab.

https://www.youtube.com/watch?v=UfKl2iVbrYs&list=PLXc_2YrAkATWetOY7d388I6xYnuUeKXGE&index=21&t=1194s


Hier noch ein Video von Scott Weingart bezüglich ein paar Microskills

https://www.youtube.com/watch?v=ukEv7NgH3iQ&t=297s


Unten verlinkt sind die ASA-Guidelines von 2020


Hier wäre noch die dazugehörende Zusammenfassung (von Claude)

ASA Practice Guidelines für den Zentralvenösen Zugang (2020)

Quelle: American Society of Anesthesiologists Task Force on Central Venous Access, Anesthesiology 2020; 132:8–43

Die Anlage eines zentralvenösen Katheters (ZVK) erfordert eine strukturierte Vorbereitung, eine konsequente Infektionsprävention, technische Sorgfalt bei der Punktion sowie eine zuverlässige Lageverifizierung. Die ASA-Leitlinie von 2020 fasst die aktuelle Evidenz in vier Bereiche zusammen.


Vorbereitung und Ressourcen. Die ZVK-Anlage soll ausschliesslich in einer Umgebung stattfinden, die aseptisches Arbeiten ermöglicht. Ein standardisiertes Equipment-Set muss verfügbar sein. Eine Checkliste – gegliedert in die Phasen BEFORE, DURING und AFTER – ist obligatorisch einzusetzen, da ICU-weite Bundle-Protokolle nachweislich die Rate katheter-assoziierter Blutbahninfektionen (CLABSI) senken. Darüber hinaus soll eine zweite Person als Assistent anwesend sein, die aktiv die Checkliste abarbeitet, auf mögliche Fehler hinweist und bei Lagerung, Abdeckung und Dokumentation mitwirkt.


Infektionsprävention. Eine routinemässige intravenöse Antibiotikaprophylaxe ist nicht indiziert; bei immunsupprimierten Patienten und Risikoneonaten kann sie im Einzelfall erwogen werden. Für die aseptische Vorbereitung sind maximale Barrieremassnahmen erforderlich: steriler Kittel, sterile Handschuhe, Haube, Mund-Nasen-Schutz, Augenschutz sowie ein ganzkörpergrosses steriles Abdecktuch. Als Hautantiseptikum der Wahl gilt Chlorhexidin mit Alkohol bei Erwachsenen, Säuglingen und Kindern. Bei Neonaten richtet sich die Wahl nach klinischem Ermessen und institutionellem Protokoll, da die FDA 2017 eine Warnung zur Chlorhexidin-Allergie herausgegeben hat. Bei Kontraindikation gegen Chlorhexidin können Povidon-Iod oder Alkohol verwendet werden. Für die Wahl des Katheters gilt, dass antimikrobiell beschichtete Katheter – antibiotikabeschichtete, Chlorhexidin/Silbersulfadiazin- sowie Silber-Platin-Kohlenstoff-imprägnierte Varianten – bei Hochrisikopatienten eingesetzt werden können, jedoch nie als Ersatz für die übrigen Infektionspräventionsmassnahmen. Hinsichtlich der Insertionsstelle sind Oberkörperzugänge zu bevorzugen; der femorale Zugang soll wegen höherer Kolonisations- und Thromboserate nach Möglichkeit vermieden werden. Kontaminierte oder potenziell kontaminierte Areale wie Verbrennungen, Infektionen oder tracheostomanahe Stellen schliessen sich als Punktionsstellen grundsätzlich aus. Ein transparentes, biookklusives Pflaster schützt die Einstichstelle; chlorhexidinhaltiger Verband kann ergänzend eingesetzt werden, wobei die Stelle täglich auf Irritation, Allergie oder Nekrose zu kontrollieren ist. Jede Reduktion unnötiger Nadelpunktionen der Haut ist anzustreben. Katheter sind täglich auf klinische Notwendigkeit zu reassessieren und unverzüglich zu entfernen, sobald die Indikation entfällt. Bei Infektionsverdacht ist der Katheter an einer neuen Stelle neu anzulegen – kein Wechsel über den Seldinger-Draht. Ports sind vor jeder Benutzung zu desinfizieren, Absperrhähne dauerhaft zu verschliessen.


Prävention mechanischer Komplikationen. Die Wahl der Punktionsstelle basiert auf dem klinischen Bedarf sowie der Erfahrung des Operateurs. Zur Reduktion thrombotischer Komplikationen ist ein Oberkörperzugang der V. femoralis vorzuziehen. Für Punktionen an Hals und Thorax soll der Patient, sofern klinisch möglich und vertretbar, in Trendelenburg-Position gelagert werden. Bei der Technikwahl gilt für den subklavikulären Zugang explizit der klassische Seldinger (thin-wall needle) gegenüber dem modifizierten Seldinger (catheter-over-needle) als bevorzugte Methode; für die V. jugularis interna und V. femoralis richtet sich die Wahl nach klinischer Situation und Operateurerfahrung. Grundsätzlich soll der kleinste für die klinische Situation geeignete Katheter verwendet werden, da großlumige Katheter bei versehentlicher arterieller Kanülierung schwerwiegende Verletzungen verursachen können. Die Anzahl der Punktionsversuche basiert auf klinischem Ermessen; bei steigender Versuchszahl nimmt das Komplikationsrisiko nachweislich zu. Für die Ultraschallführung gilt: Bei Wahl der V. jugularis interna ist der Echtzeit-Ultraschall für Lokalisation und Venenpunktion obligat; vor Punktion und Abdeckung soll zusätzlich ein statischer Ultraschall zur Anatomieprüfung und Patenzbeurteilung erfolgen. Für Subclavia und Femoralis kann der Ultraschall eingesetzt werden, ist dort aber nicht verpflichtend.


Lageverifizierung. Nach Einlage eines Katheters über die Nadel oder eines Thin-wall-Needles muss die venöse Lage bestätigt werden – durch Manometrie, Druckwellenanalyse, Ultraschall oder Blutgasanalyse. Blutfarbe und fehlende Pulsatilität allein dürfen nicht als Bestätigungskriterium herangezogen werden. Beim klassischen Seldinger ist nach Drahteinlage die venöse Drahtlage zu bestätigen, etwa durch Ultraschall (Darstellung des Drahtes im Gefäss), TEE, kontinuierliches EKG oder Fluoroskopie. Beim modifizierten Seldinger ist eine separate Drahtverifikation nicht zwingend notwendig, wenn der Katheter problemlos in die Vene gleitet und Manometrie oder Druckmessung eine eindeutige venöse Lage bestätigen – besteht jedoch irgendeine Unsicherheit, ist auch hier die Drahtlage vor Dilatation zu verifizieren. Nach abgeschlossener Katheteranlage und vor Benutzung ist die venöse Lage des Katheters zu bestätigen; die Katheterspitzenlage soll so früh wie klinisch möglich durch Röntgen-Thorax, Fluoroskopie, transthorakalen Ultraschall oder kontinuierliches EKG gesichert werden. Für im Operationssaal gelegte Katheter muss dies spätestens in der frühen postoperativen Phase erfolgen. Am Ende jedes Eingriffs muss der Führungsdraht im Sichtfeld physisch bestätigt werden; ist er nicht auffindbar, ist sofort ein Röntgen-Thorax anzuordnen.


Management arterieller Verletzungen. Wenn versehentlich ein Dilatator oder grosslumiger Katheter arteriell platziert wurde, ist dieser in situ zu belassen. Es erfolgt unverzüglich eine Konsiliarisierung durch Gefässchirurgie oder interventionelle Radiologie. Nach Evaluation und Behandlung der Verletzung soll gemeinsam mit dem Chirurgen abgewogen werden, ob die geplante Operation fortgesetzt oder zur Beobachtungsphase verschoben werden soll.

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