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Supercommunicators

Charles Duhigg

Supercommunicators zeigt, dass eine elaborierte Kommunikation keine angeborene Fähigkeit ist, sondern ein erlernbares Zusammenspiel aus Zuhören, Einordnen und bewusstem Reagieren. Charles Duhigg erklärt anhand guter Beispiele, warum echte Verbindung entsteht, wenn wir nicht besser reden, sondern klüger verstehen.

Supercommunicators

Eigene Gedanken / was steht auf dem Buchdeckel?

Kommunikation besteht primär nicht nur aus Worten, sondern aus dem Erkennen, welche Art von Gespräch gerade geführt wird. Menschen scheitern selten an mangelnder Wordgewandtheit– sondern daran, dass sie am falschen Gespräch teilnehmen.


Die drei Typen von Gesprächen

Duhigg unterscheidet drei grundlegende Gesprächsarten, die oft parallel laufen, aber selten explizit gemacht werden:

  1. Praktische Gespräche→ Fakten, Lösungen, Entscheidungen, Informationen Beispiel: Dienstplan, Ablauf, Strategie, Therapieentscheidung

  2. Emotionale Gespräche→ Gefühle, Sicherheit, Anerkennung, Angst, Frustration Beispiel: Überforderung im Dienst, Kritik, Konflikte im Team

  3. Identitätsbezogene Gespräche→ Werte, Rollen, Selbstbild, Zugehörigkeit Beispiel: „Werde ich ernst genommen?“, „Bin ich kompetent?“

Kernproblem: Viele Konflikte entstehen, weil zwei Menschen unterschiedliche Gesprächstypen führen, ohne es zu merken (z. B. einer sucht eine Lösung, der andere Verständnis).


Was Supercommunicators anders machen

Menschen, die aussergewöhnlich gut kommunizieren, haben laut Duhigg keine „besseren Argumente“, sondern:

  • sie erkennen, welcher Gesprächstyp gerade dominiert

  • sie passen ihre Antworten bewusst an

  • sie stellen klärende Fragen, statt sofort zu reagieren

  • sie validieren Emotionen, bevor sie Inhalte adressieren

Ein zentrales Werkzeug ist dabei das „Matching“:

  • Auf Emotionen emotional reagieren

  • auf Fakten sachlich

  • auf Identität respektvoll und wertebasiert.


Die Macht des Zuhörens

Gutes Zuhören heisst nicht schweigen, sondern signalisieren, dass man versteht. Besonders wirksam sind:

  • Spiegeln von Aussagen („Wenn ich dich richtig verstehe…“)

  • Offene Nachfragen („Was macht dir daran am meisten Sorgen?“)

  • Benennen unausgesprochener Ebenen („Geht es dir gerade mehr um Sicherheit als um die Lösung?“)

Diese Techniken erzeugen psychologische Sicherheit – die Grundlage für Vertrauen, Lernbereitschaft und Zusammenarbeit.


Relevanz für Führung, Medizin & Simulation

Gerade in Hochstress-Umgebungen (Medizin, Rettungsdienst, Führung):

  • Eskalieren Konflikte selten wegen Fachlichkeit

  • Sondern wegen nicht adressierter Emotionen oder Identitätsbedrohungen

Wer zuerst Beziehung klärt, kann danach Inhalte schneller und nachhaltiger lösen.


Zentrale Take-Home-Messages

  • Nicht jedes Gespräch ist ein Sachgespräch

  • Verstehen kommt vor Überzeugen

  • Emotionen ignorieren macht Kommunikation ineffizient

  • Fragen sind oft mächtiger als Aussagen

  • Superkommunikation ist trainierbar

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