
2026-03-31
AusbildnerIn
Barana
Thema
Polytrauma auf der IPS
Inhalt der Fortbildung
Polytrauma bedeutet systemische Destabilisierung durch multiple schwere Verletzungen – mit hohem Risiko für sekundäre Schäden.
Nach der initialen Schockraumphase beginnt auf der Intensivstation die zweite, oft unterschätzte Phase: die Kontrolle der systemischen Reaktion.
Blutverlust, Gewebetrauma, Inflammation, Koagulopathie, Hypothermie, Azidose wirken zusammen. Gleichzeitig drohen sekundäre Komplikationen wie ARDS, SIRS, Sepsis, Nierenversagen oder Hirndruckanstieg.
Auf der IPS geht es nicht mehr nur um „Fixieren von Frakturen“, sondern um:
Organprotektion
kontrollierte Reanimation
Gerinnungsmanagement
gezielte Beatmung
Vermeidung sekundärer Hirnschäden
strukturierte interdisziplinäre Koordination
Mögliche Lernziele
Definition & Struktur
Polytrauma gemäss ISS und klinischer Definition einordnen
den Unterschied zwischen isoliertem Trauma und systemischer Traumareaktion erklären
Primär-, Sekundär- und Tertiärphase unterscheiden
Pathophysiologie verstehen
das Konzept der „second hit“-Theorie erklären
die pathophysiologischen Mechanismen der Trauma-induzierten Koagulopathie darstellen
die „lethal triad“ (Hypothermie, Azidose, Koagulopathie) erläutern (+Calcium)
Hämodynamik & Volumenmanagement
permissive Hypotonie erklären (bei nicht kontrollierter Blutung)
Damage Control Resuscitation beschreiben
Tranexamsäure-Indikation benennen
Volumenüberladung kritisch reflektieren
Schädel-Hirn-Trauma
Die Assistenzärzte können:
sekundäre Hirnschäden vermeiden (Hypoxie, Hypotonie)
CPP-Konzept erklären
CO₂-Zielbereiche einordnen
Sedierungsstrategien differenzieren
Komplikationen antizipieren
Die Assistenzärzte können:
ARDS, AKI, Sepsis frühzeitig erkennen
Kompartmentsyndrome einordnen
intraabdominellen Druck interpretieren
„second hit“ durch operative Eingriffe kritisch reflektieren
Unten verlinkt ist ein entsprechendes Übersichtspaper