
2026-03-26
AusbildnerIn
Lenoir
Thema
ARDS
Inhalt der Fortbildung
Das ARDS ist kein reines Oxygenierungsproblem. Es ist eine akute, inflammatorische Lungenschädigung mit systemischer Dimension.
Ausgelöst durch Sepsis, Pneumonie, Aspiration oder schwere Systemerkrankungen entwickelt sich innerhalb weniger Stunden bis Tage eine diffuse alveoläre Schädigung. Die alveolo-kapilläre Barriere wird durchlässig, Flüssigkeit tritt ein, Surfactant geht verloren, die Lunge verliert Compliance.
Was bleibt, ist die sogenannte „Baby-Lung“ – ein kleiner, funktioneller Rest der Lunge, den wir beatmen dürfen, ohne zusätzlichen Schaden zu verursachen.
Und genau hier liegt die Herausforderung:
Wir können ARDS nicht heilen. Aber wir können es verschlimmern – oder schützen.
Das ARDS ist deshalb eines der eindrücklichsten Beispiele dafür, dass Intensivmedizin nicht nur Therapie bedeutet, sondern Schadensvermeidung.
Lungenschonende Beatmung, konsequente Bauchlagerung, restriktives Flüssigkeitsmanagement und strukturierte Teamarbeit sind keine „Optionen“, sondern Kernbestandteile evidenzbasierter Intensivmedizin.
Lernziele
Definition & Einordnung
die Berlin-Kriterien korrekt anwenden
Schweregrade anhand PaO₂/FiO₂ einteilen
typische Auslöser benennen
Pathophysiologie verstehen
die alveolo-kapilläre Barrierestörung erklären
das „Baby-Lung“-Konzept beschreiben
Shunt-Physiologie darstellen
erklären, warum Compliance sinkt
ventilatorinduzierte Lungenschädigung (VILI) mechanistisch verstehen
Lungenschonende Beatmung praktisch umsetzen
Tidalvolumen korrekt am Idealgewicht berechnen
Plateau-Druck interpretieren
Driving Pressure berechnen und einordnen
permissive Hyperkapnie begründen
Beatmungsstrategien anpassen
Evidenzbasierte Zusatzmassnahmen
Indikation und Durchführung der Bauchlagerung erklären
Vorteile der Proning-Therapie benennen
Indikationen für neuromuskuläre Blockade erkennen
ECMO-Indikation grob einordnen
Unten verlinkt ist ein Übersichtspaper zur Vorbereitung
ARDS verlangt:
Geduld
Präzision
Demut gegenüber der Pathophysiologie
kontinuierliche Reevaluation
Nicht die höchste Sättigung gewinnt –sondern die schonendste Strategie.