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2026-03-11

AusbildnerIn

Böhm

Thema

CVHHDF

Inhalt der Fortbildung

Die kontinuierliche Nierenersatztherapie (CRRT) gehört zu den komplexesten Therapieverfahren auf der Intensivstation. Mit der CVVHDF (Continuous Veno-Venous Hemodiafiltration) kombinieren wir Diffusion und Konvektion – und greifen damit tief in Volumen-, Elektrolyt- und Säure-Basen-Haushalt ein.

Die regionale Antikoagulation mit Citrat ist heute in vielen Zentren Standard. Sie verlängert die Filterlaufzeit und reduziert Blutungsrisiken – verlangt aber ein präzises Verständnis von Kalziumdynamik, Metabolismus und Systeminteraktionen.

Citrat ist dabei nicht einfach „Antikoagulation“. Es ist ein metabolisch aktiver Stoff, der:

  • Kalzium bindet

  • im Körper zu Bikarbonat metabolisiert wird

  • bei Akkumulation schwere metabolische Entgleisungen verursachen kann

CVVHDF mit Citrat ist deshalb keine „Maschineneinstellung“, sondern ein aktiver intensivmedizinischer Prozess.Wer sie versteht, steuert aktiv Säure-Basen-Haushalt, Elektrolyte, Volumenstatus und Gerinnung.


Lernziele (ich weiss sie sind ein bisschen anspruchsvoll):

Allgemein

  • die Indikationen für eine kontinuierliche Nierenersatztherapie benennen

  • den Wirkmechanismus der regionalen Citrat-Antikoagulation erklären


Technisches Verständnis

  • den Aufbau eines CVVHDF-Systems erklären (Blutfluss, Dialysatfluss, Substitution, Effluent)

  • typische Startparameter definieren (Blutfluss, Dosis ml/kg/h)

  • das Verhältnis von Citrat, Dialysat und Kalziumsubstitution verstehen

  • den Unterschied zwischen systemischem und postfilter-Kalzium erklären


Monitoring & Interpretation

  • systemisches ionisiertes Kalzium korrekt interpretieren

  • postfilter-ionisiertes Kalzium als Antikoagulationsmarker verstehen

  • den „Calcium-Gap“ erkennen (Gesamt-Ca / ionisiertes Ca > 2.5)

  • frühe Zeichen einer Citratakkumulation identifizieren:

    • metabolische Azidose trotz Therapie

    • steigender Ca-Bedarf

    • Laktatanstieg

  • Elektrolytveränderungen (Hypophosphatämie, Hypomagnesiämie) antizipieren


Komplikationen & Troubleshooting

  • Ursachen für Filtergerinnung systematisch analysieren

  • bei metabolischer Alkalose Anpassungen vornehmen

  • Citratintoxikation erkennen und adäquat reagieren

  • Indikationen für Therapieumstellung (z. B. Heparin, Intervall-Dialyse) benennen

Sehr hilfreich ist die Freseniusbroschüre von unserem Dialysegerät


sowie auch das unten verlinkte Übersichtspaper


Und hier noch die Präsentation von Isabell


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